Es ist warm hier …

… ich bin jetzt angekommen und wurde gleich sehr warm (32°C) und herzlich (Lucas, seine Familie und Freunde)  in Empfang genommen. Um die ganzen Strapazen der Reise zu verarbeiten habe ich auch erstmal ordentlich durchgeschlafen. Ohne all die Sorgen, ob sie mich und mein Gepäck wohl mitnehmen und in welchem Zustand alles ankommen wird.

Fast wäre schon vor der Zugfahrt ab Kassel alles vorbei gewesen, weil der überdurchschnittilch schlecht gelaunte Schaffner androhte, das im Karton eingepackte Fahrrad nicht befördern zu dürfen, da es zu groß sei, dass eine Person es alleine tragen könne. Der hätte mich dann mal in Buenos Aires am Flughafen sehen sollen, alleine, mit nicht nur dem Fahrrad sondern noch einer verdammt schweren, großen und einer ziemlich unhandlichen kleineren aber nicht gerade weniger leichten Tasche. Den Transport hat das Fahrrad übrigens gut überstanden, der Karton eher nicht. Diesen durfte ich am Flughafen erst einmal mit meinem kompletteen Vorrat an Panzertape reparieren und dann wieder richtig herum drehen, damit ich ihn besseren Gewissens weitertransportieren konnte. Ein Leichteres war es glücklicherweise, mit einem Shuttlebus incl. großem Gepäckfach zum Regionalflughafen Jorge Newbery zu gelangen, wo mich Lucas abholen wollte. Die Kommunikation über ein offenes WiFi was ich in Ezeiza (int. Flughafen) und am Aeroparque vorfand lief ziemlich problemlos.

Es sollte sich herausstellen, dass es ein verdammt verkehrsreicher Tag war, was Lucas, im Stau studierend, zu einer Verspätung von etwa anderthalb Stunden führte. Es folgte ein Gebastel mit dem Fahrrad in sein Auto und einem Essen in einer hippen grünen Bar, wo man alles selber mischen durfte (musste). Das war dann auch schon mein erster etwas überfordernder Kontakt mit dem »Argentino« was hier gesprochen wird. ¿Querés poscho? Auf einmal ganz andere Vokabeln? Nein, wie mich Lucas aufklärte, nur »etwas« andere Aussprache. Nicht »pollo« bzw. »poljo« sondern eben »poscho«. Es lo mismo, ¿verdad? ¡No! Da werde ich mich schnell dran gewöhnen müssen obwohl Lucas Mutter meinte, dass es egal sei, die würden mich schon verstehen, wenn ich nicht so spräche. Blöd nur, dass Komunikation eine zweiseitige Angelegenheit ist und es mindestens ebensowichtig ist, dass ich sie verstehe. Lucas will sicher gehen, dass ich ihn zu 100 Prozent verstehe und spricht sehr deutliches Spanisch oder Englisch, der Rest der Familie müht sich noch ab, mir Argentino beizubringen. Eben gab es jedenfalls sehr leckreres Hünchen mit Rosinen, das habe ich dann schon verstanden. Nachher fahre ich auch noch mit in den Hipermercado, zum Kochen wurde ich dank Profession schon eingespannt. Mal sehen, was sich da machen lässt. Soweit gehts mir bestens.

Angekommen

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Reiseliteratur

Guevara, Ernesto Che: The Motorcycle Diaries – Tagebuch einer Motorradreise 1951/52. Kiepenheuer & Witsch, 2004

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